Premiere in Darmstadt: Erstmals entsteht in der Stadt ein inklusives Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Der großzügige und barrierefreie Neubau in Darmstadt-Wixhausen ist als Wohngemeinschaft von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und Studierenden geplant. Hinter dem Projekt stehen die Aumühle, Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Mission Leben, und der Verein Gleich x Anders. Am 30. April fand das sogenannte „Rüstfest“ statt, an dem auch Darmstadts Bürgermeisterin Barbara Akdeniz sowie Melanie Beck und Malte Nispel vom Landeswohlfahrtsverband teilnahmen.
„Mit diesem innovativen Wohnprojekt können wir das Prinzip „Wohnen gegen Hilfe“ umsetzen und damit neue Wege im Sinne einer gelebten Inklusion gehen“, sagte Maike Henningsen, Sprecherin der Geschäftsführung der Mission Leben. „Mit Costel Nechita haben wir einen Bauträger gefunden, der eine für das Wohnprojekt angepasste Immobilie errichtet.“ Ulrike Hestermann, Vorsitzende von Gleich x Anders, ergänzte "Junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sollen hier miteinander leben. Maximale Selbstständigkeit im Alltagsleben zu erreichen – auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen – das ist das Ziel." Das sieht Bürgermeisterin Barbara Akdeniz genauso: „Wir werden sehen, dass das hier zum Vorbild wird, da bin ich ganz sicher.“
Inklusive WG für 6 + 4 Personen
Der Zeitplan von Bauherr Costel Nechita, Geschäftsführer der Nechita Bauunternehmen GmbH, ist straff: Ende des Jahres soll das Haus fertiggestellt sein; bislang läuft alles exakt nach Plan. Einziehen werden unter anderem zwei Personen, die bereits in der Werkstatt der Aumühle arbeiten. Der Verein Gleich x Anders hat für alle zukünftigen Bewohner*innen den Kontakt zur Aumühle hergestellt. Gemeinsam mit ihren Angehörigen waren sie beim Rüstfest dabei und freuten sich sichtlich auf das zukünftig selbstständige Leben in einer eigenen Wohnung.
Fachlich betreut werden die sechs Personen und auch die Studierenden vom Team der ambulanten Assistenz der Aumühle. Die vier Wohnplätze für Studierende werden voraussichtlich im Herbst ausgeschrieben, wenn der Termin der Fertigstellung feststeht. Ihre Aufgabe könnte man als „Begleitwohnen“ beschreiben: Statt Miete zu zahlen, unterstützen sie ihre Mitbewohner*innen stundenweise bei häuslichen Pflichten, Einkäufen oder der Essenszubereitung. Im Prinzip wird das Alltagsleben einfach gemeinsam gestaltet, statt die Aufgaben des Alltags für sich alleine zu erledigen.