Eine lange verwilderte Gartenfläche am Altenzentrum Seeheim ist zu einem lebendigen Ort der Begegnung und Lebensfreude geworden. Das Projekt geht auf die Initiative von Mitarbeiter Marc Zimmermann zurück, der gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen aus Pflege, Betreuung und Sozialdienst die Idee eines „Lebenslustgartens“ verwirklichte.
„Wir haben so viel Land; damit muss sich etwas machen lassen, besonders zur Freude aller Menschen, die hier leben oder berufstätig sind“, erklärt Zimmermann. Der neue Garten grenzt an den beschützenden Wohnbereich A1 an und liegt im Schutzgebiet „Seeheimer Düne“. Ziel war es, das Gelände pflegerisch und ökologisch sinnvoll zu nutzen – besonders im Hinblick auf demenziell veränderte Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige und Besucher. Einrichtungsleiterin Kerstin Wick-Suttner zeigte sich auf Anhieb begeistert von der Idee: „Ich finde diese Initiative unglaublich toll. Kreativität, Umweltbewusstsein und ein Angebot für unsere Bewohnerinnen und Bewohner wurden hier ganz wunderbar und beispielhaft verknüpft."
Hochbeete aus recycelten Paletten
Zentrales Element des Gartens sind 22 Hochbeete aus recycelten Europaletten, die sich über Jahre im Altenzentrum angesammelt hatten. Hier zeigt sich, wie viel Kreativität im Projekt steckt: Marc Zimmermanns 97-jähriger Vater, Hubert Zimmermann, freischaffender Künstler vom Bodensee, unterstützte das Projekt ehrenamtlich.
Aus Wildnis wird Lebenslustgarten
Mit viel Begeisterung beteiligten sich auch die Kolleginnen Heike Schwinn, Claudia Waschk und April Joy Merkel (Sozialdienstleitung), bepflanzten die Beete und legten weitere Gemüseflächen. Die Wirkung zeigte sich schnell: Bewohnerinnen und Bewohner der oberen Stockwerke beobachten die Veränderungen interessiert. Besonders beliebt ist das Angebot, Blumen als „Glücksgruß“ zu pflücken.
Finanziert wurde das Vorhaben größtenteils durch das Altenzentrum selbst. Inzwischen bringen immer mehr Kolleginnen und Kollegen und Angehörige Pflanzenspenden ein. Für Marc Zimmermann ein Zeichen eines gelebten Gemeinschaftssinns: „Dankbar bin ich, dass es in meiner Einrichtung Kolleginnen und Kollegen gibt, die sich an der Gartenarbeit interessiert beteiligen und das Projekt unterstützen“.
Sein Wunsch: Das Altenzentrum – besonders in den Pflege- und Demenzbereichen – soll nicht nur als Ort des Abschieds verstanden werden, sondern als ein Ort, an dem das Leben in all seinen Farben weitergeht.
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